Religionen vereint für Menschenrechte

Anlässlich des 70. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte organisierte die ACAT eine interreligiöse Zeremonie am 10. Dezember unter Mitwirkung der wichtigsten in Luxemburg vertretenen Religionsgemeinschaften.

Menschenrechte sind allgemeingültige Werte
In großer Vielfalt als Menschen geeint

Anlässlich des 70. Jahrestags der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte haben die Vertreter der in Luxemburg tätigen Religionsgemeinschaften folgende Erklärung angenommen, mit der sie ihre Überzeugung von der Unantastbarkeit des Menschen zum Ausdruck bringen:

  • In der Erwägung, dass die Achtung der Würde des Menschen Grundlage für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt ist,
  • in der Erkenntnis, dass die gegenseitige Abhängigkeit der Staaten und der Weltregionen erheblich zugenommen hat und dass Solidarität aus diesem Grund umso dringender notwendig ist,
  • erfreut über die seit 70 Jahren unternommenen Bemühungen um die Konsolidierung des Schutzes der Menschenrechte auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene,
  • in der Erwägung, dass trotz all dieser Bemühungen noch heute zahlreiche Staaten die Menschenrechte missachten und über die geltenden Normen hinwegsehen, und zwar in einigen Fällen mit Zustimmung großer Teile ihrer Bevölkerung,
  • in der Feststellung, dass trotz aller in diesen 70 Jahren formal eingegangenen Verpflichtungen noch heute Frauen, Männer und Kinder – häufig im Rahmen bewaffneter Konflikte – vertrieben, verfolgt oder hingerichtet werden und dass die Gleichstellung der Geschlechter und die körperliche Unverletzlichkeit von Kindern noch immer nicht uneingeschränkt geachtet werden,
  • im Bedauern darüber, dass religiöse Spannungen und Konflikte oftmals Ursache von Kriegen sind,
  • in der Erkenntnis, dass die Ungerechtigkeiten in der derzeitigen Weltwirtschaftsordnung und die zunehmenden Ungleichheiten Hindernisse für die Verwirklichung der Menschenrechte und Grundfreiheiten schaffen,
  • davon überzeugt, dass es dringend geboten ist, sämtliche spirituellen, religiösen und philosophischen Familien zum Handeln für die Würde des Menschen zu mobilisieren,

Erklären wir als Vertreter der hier tätigen Religionsgemeinschaften:

  • Wir verpflichten uns, wachsam zu bleiben, um die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aufgeführten Werte zu verteidigen und sämtliche Angriffe gegen die Menschenrechte ausdrücklich zu missbilligen.
  • Wir verpflichten uns, innerhalb unserer jeweiligen Gemeinschaft eine Kultur der Menschenrechte und die Vermittlung der den Menschenrechten zugrunde liegenden Werte zu fördern.
  • Wir fordern alle Menschen, gleichgültig welche Weltanschauung sie haben, auf, in ihrem täglichen Leben für die genannten Werte einzutreten.
  • Wir verpflichten uns, die Zusammenarbeit zwischen allen konfessionellen und weltlichen Organisationen, die sich in Luxemburg oder weltweit für den Schutz der Menschenrechte einsetzen, zu fördern, damit ihre konzertierten Aktionen zugunsten einer nach außen offenen, inklusiven Gesellschaft wirken.
  • Wir legen den Gläubigen aller Konfessionen nahe, das Bemühen um die Schaffung einer Welt der Freiheit, der Solidarität und der Gerechtigkeit in den Mittelpunkt ihrer Gebete und ihres Handelns zu stellen.