Generalversammlung der ACAT

17. März 2018

Die diesjährige Generalversammlung wurde durch ein Gebet von Pater Michael Lapsley eingeleitet, der zufällig in Luxemburg weilte, und an der Versammlung teilnahm. Im Anschluss daran waren einige zwanzig Teilnehmer eingeladen über ein von Robert Altman vorgestelltes Thema nachzudenken.

„Welches sind die Werte, die unser innerstes Wesen als Frauen und Männer der Moderne ausmachen? Insbesondere, welches sind die Werte, die den Menschenrechten zu Grunde liegen, auf die wir als in unserm Handeln berufen? Welches sind die Ursprünge und die Entwicklung im Wissen, dass wie es J.C.Guillebaut ausdrückt: “es für den Barbaren keinen besseren Verbündeten gibt als die Amnäsie”. (La refondation du monde).

Zum Abschluss des ersten Teils berichtete Michael Lapsley über seinen kürzlich getätigten Aufenthalt in Syrien. Nach einem Dank an die ACAT für die engen Bindungen, die das von ihm geleitete Institut zur Heilung der Erinnerungen in Kapstadt (Südafrika) mit unserer ACAT verbinden, erzählte er uns von den Umständen, die ihn nach Tartous zu einer christlichen Minderheit geführt haben  , die zwar abseits der Bombardierungen, wohl aber nicht den Auswirkungen des Krieges lebt . Er wurde von den maronitischen Schwestern der Heiligen Herzen Jesu und Maria willkommen geheißen, welche ein spezifisches, post-traumatisches Programm für vom Krieg traumatisierte Kinder anwenden, gezielt ausgerichtet auf die Heilung der Erinnerungen. Er traf ebenfalls frühere Soldaten und einen Geschäftsmann aus Homs, der zum Ikonenmaler  wurde, um so den Krieg zu verarbeiten. Michael Lapsley hat in Syrien viel Mitgefühl und Großzügigkeit, aber auch eine tiefe Hoffnungslosigkeit vorgefunden.

Bezüglich des Konfliktes selbst, hat er zur Kenntnis genommen, dass die syrischen Christen mehr Sympathie für das Assad Regime als für die Rebellen empfinden, das nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil Assad die Christen stets beschützt hat. Jeder sieht die Dinge nach den Interessen der Gemeinschaft, der er angehört… Am Schluss seines Berichtes unterstrich er die Tatsache, dass die Diskussion um den Waffenhandel nicht ausreichend geführt wird: der Krieg in Syrien bringt den Waffenhändlern Gewinn, und  die stammen aus den Reihen der Mitglieder des Sicherheitsrates der UNO  (siehe Deutschland). Wir brauchen eine starke weltweite Bewegung um gegen den Waffenhandel zu kämpfen.

Nach einer Pause, in der das traditionelle “verre de l’amitié” getrunken wurde, begann die Generalversammlung mit der Annahme der Tagesordnung. Die verschiedenen Punkte wurden behandelt:

1. Kassenbericht  2017 und Vorausschau 2018

Unser Schatzmeister Pierre Depoorter unterstrich die Einrichtung eines Kontos, das den Aktivitäten der Gruppe “Heilung der Erinnerungen” dient (geführt von Esmeralda Chupin), welches das Vorhandensein zweier unterschiedlicher Dokumente erklärt.

Der Bericht des Kassenrevisors wird vorgelesen und von der Generalversammlung angenommen.

Die Entlastungen für die Kassenrevision und den Schatzmeister werden gegeben, ebenso wie die Ernennung von Madame Lamoureux als Kassenrevisor für 2018.

Es wird außerdem beschlossen, dass ACAT Luxemburg an FIACAT einen Beitrag von 2500€ für 2018 und eine Unterstützungs-Spende von 1000€  für die angefallenen Kosten anlässlich der Tagung des internationalen Vorstands überweist.

2.Tätigkeitsbericht 2017, Bewertung und Reaktionen

Der Aktivitätsbericht wird der Versammlung präsentiert. Hauptakzent ist der alternative Bericht  in Hinsicht auf das periodisch stattfindende Prüfung (EPU) Luxemburgs durch den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationenin in Genf (Jan.2018), der von unserer ACAT mit Hilfe der FIACAT erstellt wurde. Hier ist zu bemerken, dass ACAT als einzige Organisation unserer Zivilgesellschaft diesen alternativen Bericht geschrieben hat, und dass ein Großteil unserer Empfehlungen vom Komitee übernommen wurde.

Eliane Sigwarth, jahrelange Vertreterin unserer ACAT im Flüchtlingsrat und im “Centre de Retention”, hat sich seit Januar aus ihren Aktivitäten zurückgezogen. Marie-Christine bedankte sich herzlich für dieses Engagement und übernimmt diese Arbeit fortan.

Der Generalversammlung wurde die neue Internetseite unserer ACAT vorgestellt. Dieses noch in der Entwickelung befindliche “Werkzeug”, ist bereits zugänglich. Es bestehen hierdurch neue Möglichkeiten der Kommunikation, um Sensibilitäten und Dokumentationen zu fördern, die unsere Arbeit begründen: Folter, Todesstrafe, Einflüsse der Migration, Heilung der Erinnerungen.

3. Wahl des neuen Vorstands

Zwei der Vorstandsmitglieder haben ihre Kandidatur nicht erneuert, Valdemar Santos und Cécile Thill. Leider hatten sich keine neuen Kandidaten gemeldet. Es bleiben daher drei Kandidaten zur Wahl: Pierre Depoorter, Christina Fabian und Marie-Christine Ries. Die Versammlung wählte mit erhobener Hand einheitlich mit 32 Stimmen (anwesend und durch Prokuration), die Liste der drei Kandidaten. [In der ersten Vorstandsversammlung erklärte Christina Fabian sich bereit, das Amt der Präsidentin der ACAT zu übernehmen. Pierre Depoorter bleibt Schatzmeister und  Marie-Christine übernimmt das Amt der Sekretärin.]

4. Perspektiven und Projekte für 2018

Die laufenden Projekte werden vorgestellt:

  • 30. März, 10 Uhr : Karfreitagsgottesdienst in der protestantischen Dreifaltigkeitskirche . ACAT bereitet Teile dieses Gottesdienstes mit Herrn Pastor Strauss vor.
  • 16. Mai, 20 Uhr : Interreligiöses Rundtischgespräch in der Cafeteria de Lyzeums Fieldgen.
    Verantwortliche der verschiedenen in Luxemburg anwesenden religiösen Gemeinschaften (Christen, Juden, Moslem, Buddhisten, Baha’is) werden das Resultat, der in ihren Gemeinschaften geführten Reflexionen über die Frage: “Was stellen die Menschenrechte für Sie dar?” vorstellen. Diesem Austausch wird eine Diskussion sowie eine Agape folgen.
    Dieses Rundtischgespräch ist Teil der Vorbereitungen zum 70.Jahrestag der Allgemeinen Menschenrechtserklärung, die am 9.Dezember um 17 Uhr zu einer interreligiösen Gebetsstunde führen werden. Zusätzliche Information an unsere Mitglieder folgen zu gegebenem Zeitpunkt.
  • 26.Juni, 19 Uhr: Gebetsandacht zur Unterstützung der Opfer von Folter in der Christ-König Kapelle in Luxemburg, gefolgt von einem Umtrunk. Eine Vorbereitungsgruppe mit Marie Christine Ries, Pastor Mertin, Esmeralda Chupin, Marlies bildet sich bereits, ist aber für weitere Interessierte offen.

5. Verschiedenes

Michel Sigwarth hat angekündigt, die Verantwortung der Verteilung der Dringlichkeitsappelle im Sommer 2018 abzugeben. Marie-Paule Maurer und Anna Maria Bellardinelli werden die Weiterführung übernehmen.

Die Generalversammlung endet gegen 18 Uhr

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