ERNEUTE FESTNAHME DES ÄGYPTISCHEN AKTIVISTEN AHMED AMASHA

ÄGYPTEN

September 2020

Ahmed Amasha

Am 17. Juni 2020 wurde der Menschenrechtsaktivist Ahmed Amasha zu Hause in Hilwan festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht. Er war bereits 2017 verhaftet und von den ägyptischen Staatssicherheitsdiensten gefoltert und erst im Oktober 2019 freigelassen worden.

Bekannter Aktivist festgenommen

Ahmed Amasha ist ein ägyptischer Menschenrechtsverteidiger. Er ist Mitglied der Oppositionsbewegung «Kefaya», Gewerkschafter und engagierter Umweltaktivist. Er ist von Beruf Tierarzt und war früher Chef der Tierärztegewerkschaft. Am 17. Juni 2020 drangen mehrere Polizisten ins Haus des Aktivisten in Hilwan ein und nahmen ihn fest. Ahmed Amasha wurde an einen unbekannten Ort gebracht. Beim Polizeieinsatz wurde sein Mobiltelefon konfisziert. Seine Familie wusste nichts über seinen Zustand und seinen Aufenthaltsort, bis ein Anwalt ihn am 12. Juli zufällig im Büro des Staatsanwalts für Staatssicherheit von al-Tagammo sah (Bezirk von Neu-Kairo). Ahmed Amasha wird offenbar die Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation zur Last gelegt.

Ahmed Amasha wurde mehrmals mit der Festnahme gedroht. Ende Mai 2020 durchsuchten Polizeikräfte das Haus seiner Familie und zwangen die Mutter, ihnen ihr Mobiltelefon auszuhändigen. Die Polizisten fragten mehrmals nach, wo der Menschenrechtler sich befinde.

Wegen friedlichem Engagement von den Behörden belästigt

Die ägyptischen Behörden bedrohen Ahmed Amasha seit Langem. Im März 2017 verschwand er, nachdem er an einem Kontrollposten der Polizei in Kairo festgenommen worden war. Während des Verhörs wurde er von Agenten der Untersuchungsbehörde der Staatssicherheit gefoltert. ACAT-Schweiz hatte im April 2017 einen Dringlichen Appell für ihn lanciert. Am 4. Oktober 2019 wurde er auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen, doch musste er sich zwei Mal wöchentlich auf dem Polizeiposten melden.

Die Familie von Ahmed Amasha und die NGOs sind sehr besorgt über seine erneute Festnahme und seine willkürliche Haft, welche ausschliesslich wegen seiner friedlichen und rechtmässigen Aktivitäten für die Menschenrechte erfolgt sind.

Zusammenfassung des Briefes

Im Interventionsbrief an den ägyptischen Präsidenten bitten wir darum,

  • dass Ahmed Amasha sofort und bedingungslos freigelassen wird, da seine Festnahme einzig wegen seiner friedlichen Menschenrechtsarbeit erfolgte.
  • Weiter verlangen wir, dass seine physische und psychische Integrität gewährleistet wird und dass er bis zu seiner Freilassung Zugang zu einem Arzt, seinem Anwalt und seiner Familie erhält.
  • Die Umstände seines «Verschwindens» müssen unverzüglich untersucht und die dafür Verantwortlichen in einem fairen Verfahren vor Gericht gebracht werden.
  • Wir fordern auch, dass Herr Amasha ohne weitere Belästigung seiner Arbeit als Menschenrechtsverteidiger nachgehen kann.

Diese staatlichen Verpflichtungen leiten sich namentlich aus dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie der UNO-Konvention gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ab. Die Republik Ägypten ist Vertragsstaat dieser Instrumente und somit verpflichtet, sie einzuhalten.

 

Handeln Sie, indem Sie diesen Brief verschicken

 

an Präsident H.E. Abdel Fattah al-Sisi
E-Mail : p.spokesman@op.gov.eg 

Mehr Informationen zu den letzten Appellen

Appell des Monats – Juli – August 2020

Appell des Monats – Juli – August 2020

Bitte schreiben Sie einen Appell für Elchin Mammad, der in Aserbaidschan wegen seiner dortigen menschenrechtlichen Tätigkeit willkürlich inhaftiert wurde.

Appell des Monats – Juni 2020

Appell des Monats – Juni 2020

Während Migranten vom Balkan aus unablässig neue Wege nach Europa suchen, schliessen sich die Grenzen der verschiedenen Länder, und die Gewalt nimmt zu – insbesondere in Kroatien, wo massenhaft Menschen nach Bosnien und Serbien zurückgeschickt werden.

Appell des Monats – Mai 2020

Appell des Monats – Mai 2020

Angesichts der Situation rund um das Coronavirus hat der Präsident der Republik Kamerun per Dekret die Umwandlung von Todesstrafen und Milderungen bei Haftstrafen angeordnet. Diese Massnahme wird jedoch als zu wenig wirksam beurteilt. Manche ACATs und die FIACAT verlangen weitergehende Schritte.

Kontakt - ACAT Luxembourg

T +325 44 743 558

Unser Büro ist besetzt: 
Mittwoch und Freitag 
von 9.30 bis 12 Uhr 
außerhalb der Schulferien.

Auch nach Vereinbarung

contact@acat.lu

Adresse:
5, av Marie-Thérèse
L-2132 Luxemburg

Folgen Sie uns auf Facebook

©2017 ACAT Luxembourg

Bankverbindung

IBAN LU77 1111 0211 9347 0000
Die ACAT ist als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spenden sind steuerlich absetzbar. Bitte geben Sie den Hinweis "Spende" in der Kommunikation an.

Schreiben Sie uns