14 Menschen in der Todeszelle

BENIN

November 2017

Im Juli 2012 ist Benin dem Vertrag der Vereinten Nationen über die Abschaffung der Todesstrafe beigetreten. Dieser Beitritt wurde 2016 durch Urteil des beninischen Verfassungsgerichts förmlich bestätigt, durch das die Todesstrafe für alle Straftaten in Benin aufgehoben ist.
Doch immer noch sitzen in Benin 14 Menschen in der Todeszelle ein.

Die 14 zum Tode Verurteilten befinden sich seit 18 bis 20 Jahren im Todestrakt. Laut beninischer Regierung werden sie nicht hingerichtet. Doch trotz des Urteils des Verfassungsgerichts hat sie ihre Todesurteile nicht umgewandelt. „Die Staatsorgane können diese Menschen nicht länger im Todestrakt gefangen halten, obwohl die Todesstrafe durch das Verfassungsgericht abgeschafft worden ist; es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um die Unsicherheit, in der sich diese Gefangenen befinden, durch die Umwandlung ihrer Todesurteile zu beenden“, erklärte Amnesty im Juli letzten Jahres. Ferner forderte Amnesty, dafür zu sorgen, dass alle nationalen Rechtsvorschriften reformiert werden mit dem Ziel, die Todesstrafe in allen einschlägigen Gesetzen vollständig abzuschaffen. Wir schließen uns dieser Forderung an.
Die Haftbedingungen im Todestrakt sind menschenunwürdig.

Alle 14 Todeskandidaten müssen sich eine einzige Zelle teilen. Sie dürfen ihre Zelle nur fünf Mal in der Woche in einem begrenzten Raum und isoliert von den anderen Gefangenen verlassen. Wird einem von ihnen wegen schlechtem Verhalten eine Strafe auferlegt, so werden alle im Todestrakt mehrere Tage in die Zelle gesperrt, was eine Kollektivstrafe bedeutet. Sie sind ganz und gar auf die Hilfe ihrer Angehörigen angewiesen, da sie nicht angemessen ernährt oder medizinisch versorgt werden.

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