Freilassung von Msgr. Su Zhimin

CHINA

Februar 2018

Msgr. Su Zhimin lehnte es ab, der Patriotischen Katholischen Vereinigung, dem offiziellen kirchlichen Organ des chinesischen Staates, beizutreten, und verbrachte dafür über 40 Jahre in Haft. Es handelt sich um eine willkürliche Inhafthaltung, die dem internationalen Recht zuwiderläuft; die Menschenwürde und die Rechte des Genannten werden dadurch verletzt. Seit zehn Jahren bemühen sich Gruppierungen der ACAT Frankreich, Su Zhimin durch Briefe an die Behörden, die seine Haft veranlasst haben, zu unterstützen.

In den fünfziger Jahren versucht die kommunistische Regierung Chinas, eine vom Vatikan unabhängige katholische Kirche einzurichten. Als 24-jähriger Seminarist wird Jakob (James) Su Zhimin 1956 verhaftet, weil er sich öffentlich dagegen gewandt hat. Er wird bis 1979 eingesperrt und dann freigelassen. Im April 1981 wird er zum Priester geweiht und bleibt der römischen Kirche treu. Damit beginnt für ihn eine Zeit zahlreicher Verhaftungen und ein Leben in Gefängnissen, in Arbeitslagern oder unter Hausarrest. 1995 wird er heimlich zum Bischof der Diözese Baoding ernannt, und ein Jahr später leistet er Widerstand gegen die Zerstörung eines Wallfahrtsortes durch die Armee. Er wird von Priestern versteckt und 1997 vom Staatssicherheitsdienst entdeckt und verhaftet. Dieser hält ihn seitdem an unbekanntem Ort in Haft.

2003 wird bekannt, dass sich Su Zhimin in einem Krankenhaus von Baoding befindet. Er liegt in einer Abteilung, die nur staatlichen Stellen zugänglich ist, und wird wegen Herz- und Augenerkrankungen behandelt, woran seine schlechten Haftbedingungen deutlich werden. Er wird vom Pflegepersonal erkannt und gleich darauf an einen unbekannten Ort verlegt. Seitdem haben weder die Netze der chinesischen Untergrundkirche noch seine Angehörigen Nachricht von ihm. Bis vor 20 Jahren wussten sie, dass Su Zhimin am Leben ist. Trotz zahlreicher internationaler Interventionen ist seitdem keine Information über ihn durchgesickert.

Übersetzung des Briefes:

Sehr geehrter Herr Präsident,

aufgrund von Informationen, die ich von der Menschenrechtsorganisation ACAT Luxemburg erhalten habe, bringe ich Ihnen meine erhebliche Besorgnis darüber zur Kenntnis, dass der katholische Bischof von Baoding, Su Zhimin, seit 20 Jahren an unbekanntem Ort in Haft gehalten wird. Er ist inzwischen 85 Jahre alt.

Su Zhimin wurde am 7. Oktober 1997 verhaftet und befindet sich seit 20 Jahren an unbekanntem Ort in Haft, ohne dass er jemals einem Verfahren unterzogen oder verurteilt worden wäre. Dieser inzwischen hochbetagte Mann hat nur von seinem Recht auf Vereinigungsfreiheit und friedliche Religionsausübung Gebrauch gemacht. Er wird willkürlich in Haft gehalten, was nicht nur dem geltenden chinesischen Recht sondern auch dem internationalen Recht zuwiderläuft.

Hiermit ersuche ich Sie dringend, gegenüber den zuständigen Behörden zu intervenieren und sie aufzufordern,

  • den Genannten unverzüglich und ohne Bedingungen freizulassen;
  • ihm die Kommunikation mit seinen Angehörigen zu erlauben;
  • ihm unverzüglich Zugang zu einem unabhängigen Arzt und der von ihm benötigten medizinischen Versorgung zu gewähren.

Ich hoffe sehr, dass Sie meinem Anliegen, das ausschließlich auf die Achtung der Menschenwürde zielt, aufgeschlossen gegenüberstehen.

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